Birgit Scheele, Trollfrau, Ehefrau, Mutter und Autorin

Birgit ScheeleWo andere Leute einen Lebenslauf haben, hat Birgit Scheele eine Geschichte. Vom Trollmädchen zur Ehefrau, Mutter und Autorin.

Jahrelang streifte ein kleines Trollmädchen alleine durch die trockengelegten Moore nahe Bremerhavens. Doch niemand ist gerne lange alleine. Fähige Menschenfrauen verliehen ihr ein annehmbares menschliches Aussehen, wodurch sie in Siedlungen leben konnte. So fand sie eine Familie, die ihr den Namen Birgit gab. Das Trollmädchen besuchte eine normale Schule und lernte dort, mehr oder weniger gut, rechnen, schreiben und allerhand anderen Blödsinn.

Mit den Jahren wurde das Trollmädchen immer menschlicher, doch auch wenn die Menschen sich viel Mühe gaben, niemand konnte ihr die Fantasie nehmen. Während andere heranwachsende Menschen ihre Nächte in lauten Gebäuden verbrachten, zog sich die heranwachsende Trollfrau lieber in ihre Höhle zurück und las sehr viele Bücher. Schnell hatte sie den Ruf weg, ein wenig komisch im Kopf zu sein, was sie sehr kränkte.

Anpassung und Wiederbesinnung

Sie wollte dazugehören und tat alles um menschlicher zu werden. Die Zeit mit den Büchern wurden gegen Fitnessstudios und Tanzlokale eingetauscht. Um ihrem Umfeld zu gefallen, besuchte die junge Trollfrau eine wissenschaftliche Schule und lernte viel über Biologie, Physik und Chemie. Sie lernte den Menschen Arn kennen und heiratete ihn. Anfangs hielt sie ihn für einen Artgenossen, da er nachts genauso laute Geräusche produziert, wie ein dicker Bergtroll. Gemeinsam bauten sie sich ein Leben in der Menschensiedlung Bremerhaven auf und die Trollfrau wurde Mutter von drei einzigartigen Mädchen.

Doch keine Tarnung hält für immer. Je älter sie wurde, umso stärker kam der Troll erneut durch. Es zog sie wieder vermehrt in die Wälder, sie aß gerne allerhand leckere Sachen und gab manchmal komische Geräusche von sich.

Zurück zu den Wurzeln

Eines Tages begab es sich, das ihre Tochter einen Text über Trolle für ein Diktat übte. Lachend sah sie ihre Mama an und meinte, ihre Mutter sei ein Troll! Geschockt stellte sich der vermenschlichte Troll vor den Spiegel. Da fiel es ihr wie die Schuppen von den Augen: Die kleine rundliche Gestalt mit den großen Plattfüßen, mit einer kleinen Nase und weichem Fell, mit einem sehr eigentümlichen Körpergeruch und lauten Verdauungsgeräusche, war ein kleiner Waldtroll!

Die Familie bewahrt das kleine Geheimnis, denn auch wenn ihr Haustroll nicht wie eine Elfe aussieht und riecht, hat die Trollfrau ein großes liebevolles Herz. Dank ihrer beängstigenden Trolllaute lassen die Nachbarn ihre Familie meistens in Ruhe. Durch ihr scharfes Gehör und ihre guten Augen macht es vielen Menschen den Eindruck, sie könne Gedankenlesen. Sogar die Gabe, die Zukunft zu sehen, wird ihr nachgesagt. Sie mag für Außenstehende ein wenig schüchtern und sonderbar erscheinen, aber wenn die Trolldame merkt, dass sie sich auf jemanden verlassen kann, schließt sie neue Bekanntschaften fest in ihr Herz ein und geht mit ihnen durch jeden Sturm.
 
Facebook-Profil der Autorin
 
Birgit Scheele ist Autorin von Die vergessenen Siedler


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