Aengus mac Ind Og | Gott der Liebe

AengusAengus | Gott der Liebe

Aengus in der Mythologie

Aengus gilt als Gott der Liebe. Er steht aber auch für Einfallsreichtum und Gerissenheit. Beispiel: Sein Síd (Wohnsitz) Bruig na Bóinne. Eigentlich war dieser im Besitz seines Vaters Dagda. Er ist der Gott der hellen und freundlichen Mächte. Er greift schützend ein, wenn jemand Hilfe braucht. Er hilft den Bedrängten, stiftet Frieden zwischen Streithähnen und er greift natürlich ein, wenn es um die Liebe geht. In dieser Beziehung hat er in eigener Sache allerdings so seine Schwierigkeiten.

Caer Ibormait

Eines Nachts erblickt er auf dem See Bél Draco eine wunderschöne junge Frau. Sie spielt ihm Musik vor. Nun versucht er, ihre Hand zu ergreifen, aber sie verschwindet. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, wird er ganz krank vor lauter Liebeskummer. Daga und Bodbh, ein Sohn Dagdas und späterer König der Tuatha Dé Danann wollen helfen und können zumindest den Namen der fremden Schönheit herausfinden: Caer Ibormait.

Ebenfalls finden sie heraus, dass sich Caer und ihre Gefährtinnen an Samhain in Gestalt von Schwänen auf Bél Draco niederlassen. Aengus eilt also zum passenden Zeitpunkt hin und tatsächlich: Er wird Zeuge, wie 150 leuchtend weiße Schwäne auf dem See erscheinen, Caer Ibormait ist mitten unter ihnen. Aengus versichert ihr hoch und heilig, zu dürfe zum See zurück, wann immer sie wolle, nur, bitte möge sie ihn endlich erhören! Das tut sie tatsächlich und endlich kann Aengus seine Angebetete in die Arme schließen. Sie heiraten und leben fortan glücklich in Bruig na Bóinne.

Zitat

„[…] Wir geben euch Irland, aber, da unsere es bildeten, wollen wir das Land nicht ganz verlassen. Wir werden sein im weißen Nebel, der an den Bergen hängt. Wir werden sein in der Stille die über den Bergen brütet. Wir werden sein der Freudenruf der Flüsse. Wir werden sein die geheime Weisheit der Wälder. Lange, nachdem eure Nachkommen uns vergessen haben, werden sie unsere Musik hören auf sonnigen Erdwällen und unsere großen, weißen Rosse sehen, wie sie ihre Häupter erheben aus den Bergseen und den Nachttau von ihren erhabenen Mähnen schütteln. Und am Ende werden sie wissen, daß alle Schönheit der Welt in uns ihren Ursprung hat und daß ihre Kämpfe nur das Echo unserer Kämpfe sind. Erhebet eure Angesichter, Kinder des Milesius, Kinder des Beltu, des stolzen Vaters, und grüßt das Land, das euch gehört […].“
Zitiert nach: Young, Ella (1996): Keltische Mythologie, Celtica I. J. Ch. Mellinger Verlag GmbH, Wolfgang Militz u. Co. Kg. Stuttgart. 4. Auflage. S. 78-79.

Mehr zu Aengus und seiner Rolle in „Jäger der Schatten“ auf Rhya`s Anderswelt


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Bild: Heroes of the dawn (1914) | © PD

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