Aislynn Agari aus „Das Geheimnis der Walküre“

Aislynn AgariAislynn Agari ist eine albische Kriegerin aus dem Volk der atlantischen Hochalben.

Kindheit

Bereits im frühesten Kindesalter zeigte sich, dass sie und ihre Zwillingsschwester ein besonderes Talent hatten. Bei den Lichtalben sind leichte telekinetische Fähigkeiten recht weit verbreitet. Die beiden Mädchen hatten diese Fähigkeit in sehr hohem Maße und in etwas veränderter Form: Sie konnten ihren Emotionen physischen Ausdruck verleihen. Schon als Säuglinge brachten sie ihr Elternhaus zum Beben, wenn sie nur leichtes Bauchweh hatten.
Obwohl die Lichtalben den Wanen seit jeher näher stehen als den Asen, wurde die Walküre Walburga von Odin damit beauftragt, die beiden Kinder zu unterrichten und ihr großes Talent als Heilerinnen zu fördern.

Als die Schwestern neun Jahre alt waren, wurde der Hof ihrer Eltern von einer Bande Menschen überfallen. Die Erwachsenen wurden dabei getötet und die Kinder nach Utgard verschleppt und gefoltert. Aislynn konnte entkommen, ihre Schwester wurde jedoch ermordet und später von den Thoranern in Tolsjele, dem Tal der Seelen, begraben.
Walburga brachte Aislynn zu den Eltern von Lorin und Amira Dogar, die sie wie ihre eigene Tochter behandelten. Das zuvor stets fröhliche Kind blieb jedoch sehr still und in sich gekehrt. Sie zeigte kein Interesse mehr an einer Ausbildung zur Heilerin sondern wählte den Weg der Kriegerin. Mit Disziplin und Willensstärke – und natürlich Walburgas Hilfe – schaffte sie die Ausbildung in Rekordzeit und als beste Schülerin, die die Akademie je hervorgebracht hatte.

Kriegerin

Am Tag nach ihrem Abschluss verließ Aislynn Lichtalbenheim und streifte von da an durch alle Welten auf der Suche nach den Mördern ihrer Eltern und ihrer Schwester. Nur der Weg nach Midgard blieb ihr auf Odins Befehl hin verschlossen. Immer wieder bat sie Walburga, ihr bei der Suche zu helfen. Die Walküre musste jedoch ablehnen. Gegen einen ausdrücklichen Befehl Odins zu handeln, war ihr nicht möglich. Sie bildete Aislynn aber weiter im Schwertkampf und Bogenschießen aus und machte sie zu einem Ass unter den Meistern.

Mit jeder Sekunde ihres Lebens wuchs in Aislynn der Hass. Sie hasste die Menschen, weil es Menschen gewesen waren, die ihre Familie ermordet hatten und sie hasste sich selbst, weil sie überlebt hatte. Dieser Hass machte sie stärker, verbrannte sie aber auch innerlich. Walburga brachte sie zu dem Mischling ohne Namen, der in Utgard als Einsiedler lebt. Von ihm lernte sie eine besondere Schwertkampftechnik. Bei dieser Technik wird das albische Langschwert einhändig geführt. Die andere Hand wird zur Steuerung telekinetischer Energie genutzt. Bei Aislynn war es die Manifestation ihres Hasses, die sie zu einer Meisterin dieser Technik machte.

Albin und Thoranerin

Ein wenig Frieden fand sie nur in der Siedlung der Thoraner. Dort traf sie sich auch ab und an mit Lorin, der inzwischen ein Runengelehrter geworden war und seiner Schwester Amira, einer weithin bekannten Heilerin. Gemeinsam reisten sie von dort aus des öfteren nach Muspellsheim, um Drachenkraut zu holen.

Bei einem solchen Treffen in Thor Steen wurde die Siedlung von den Eisriesen überfallen. Aislynn, Lorin und Amira waren gerade am Rande eines nahe gelegenen Sumpfes um Kräuter zu sammeln, als sie durch den Kampfeslärm alarmiert wurden. So schnell sie konnten, eilten sie nach Thor Steen zurück. Die Eisriesen hatten bereits den Fluss überquert und waren in das Dorf eingedrungen. Mit ihren gewaltigen Keulen wüteten sie unter den Thoranern, die sich verbissen wehrten.

Ohne zu zögern warf sich Aislynn in den Kampf. Sie fuhr in die Schlachtreihe der Eisriesen wie ein Tornado in einen Schwarm Schmetterlinge. Ihr Schwert zerbrach an dem Panzer eines Riesen, aber ihr Hass wurde zu einem Schild, einer Axt oder einem Speer, wie sie es gerade brauchte und sie trieb die Angreifer zurück. Die Eisriesen waren diesem Ansturm nicht gewachsen und wandten sich zur Flucht, doch Aislynn zeigte kein Erbarmen. Keiner schaffte es über den Fluss, die Kriegerin tötete sie alle.

Bevor die Thoraner in den nächsten Tagen ihr Dorf wieder aufbauten, errichteten sie auf einem kleinen Hügel ein neues Haus und schenkten es Aislynn. Mit Lorins Hilfe fertigte der Schmied als Ersatz für Aislynns zerbrochenes Schwert das zweite thoranische Feuerschwert, das unter dem Namen Mortira Dragoness – Todbringende Drachin – fast ebenso berühmt wurde, die Aislynn selbst.

Von da an betrachtete Aislynn Thor Steen als ihre Heimat.

Kriegerin Asgards

Als Walburga von den Ereignisse erfuhr bat sie Odin, Aislynn eine Rüstung der Asen zu schenken. Das war zwar streng verboten, aber Odin besaß die Macht, dieses Verbot aufzuheben. Er lehnte es jedoch ab und Walburga verlegte sich darauf, in Odins Nähe leise vor sich hin zu weinen. Ihre Schwestern leisteten ihr dabei mit Freude Gesellschaft. Da die Walküren von Totendämonen abstammen, klingt selbst leises Weinen bei ihnen immer noch wie das Geheul von Dämonen.

Sechs Tage ertrug Odin den Lärm, dann traf er mit seinen Töchtern eine Vereinbarung: Aislynn sollte eine asische Rüstung erhalten wenn die Walküren versprachen, niemals wieder in Odins Anwesenheit zu weinen. Und so geschah es auch. Walburga reiste nach Thor Steen, um Aislynn die Rüstung zu überbringen und Thor begleitete seine Schwester. Als er die Berichte der Thoraner von dem Kampf hörte war er von Aislynn so beeindruckt, dass er ihr den Ehrentitel Agari – Kriegerin Asgards – verlieh.

Aislynn Agari ist eine Protagonistin aus „Das Geheimnis der Walküre“ von Rewa Kasor.


Zurück zur Startseite
Bild von SilviaP_Design auf Pixabay

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.