Seherin, germanische – Nordische Mythologie

SeherinSeherinnen bei den germanischen Völkern wurden zuerst von den Römern und auch von griechischen Historikern beschrieben. Als Seherin wird eine Frau bezeichnet, die zukünftige Ereignisse vorhersagen kann. Bekannte germanische Seherinnen sind Albruna, Ganna und Veleda.

SEHERINNEN BEI TACITUS

In Band 4 seiner historische Chronik „Historiae“ (geschrieben ca. 100-110 n. Chr.) schreibt Publius Cornelius Tacitus über die germanische Seherin Veleda:
Der Legionskommandeur Munius Lupercus wurde mit vielen Geschenken zu Veleda geschickt, einer unverheirateten Frau, die großen Einfluss auf den Stamm der Bructeri hatte. Die Germanen betrachten traditionell viele Frauen als prophetisch und in ihrem Aberglauben sogar als göttlich. Veleda war ein typisches Beispiel. Ihr Prestige war hoch, denn sie hatte die germanischen Erfolge und den Sieg über die Legionen vorausgesagt. Aber Lupercus wurde getötet, bevor er sie erreichte.

Albruna und Veleda werden in der Germania erwähnt:
Wir selbst haben unter Vespasianus (nun bei den Göttern) die Veleda gesehen, welche lange bei den Meisten für ein Gottwesen galt. Aber auch in älterer Zeit verehrten sie göttlich eine Albruna und mehrere Andre, nicht aus Kriecherei, noch als ob man sie zu Göttinnen machte.

SEHERIN BEI CASSIUS DIO

Der römische Senator, Konsul und Geschichtsschreiber Lucius Cassius Dio erwähnt in seiner „Römischen Geschichte“, einem Werk von achtzig Bänden, die germanische Seherin Ganna, die er als Nachfolgerin der Seherin Veleda bezeichnet.
Masysus , König der Semnonen , und Ganna, eine Priesterin in Germanien, die Veleda folgte, kamen nach Domitian und gingen nach ihrer Ehre nach Hause.

SEHERINNEN & VÖLVEN

Die germanischen Seherinnen dieser Zeit mögen Völven gewesen sein, auch wenn der Begriff „Völva“ erst später entstanden ist. Sie stehen jedoch nicht stellvertretend für alle Völven. Heute würden wir sie korrekt wohl als Spakona bezeichnen. Einzig die seherischen Fähigkeiten unterscheiden eine Spakona von den anderen Völven. Siehe dazu Litilvölva und Weiße Völva.
Heute bezeichnet sich manche Seherin als Völva bzw. Spakona. Doch auch der Umkehrschluss ist nicht zwingend gegeben. So, wie eine Völva nicht automatisch eine Seherin ist, ist auch eine Seherin nicht immer eine Völva.

 

Seherinnen in den Büchern der Schattenelfen

Bisher keine Erwähnung.
 


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Bild: Veleda, Seherin der Germanen. Illustration aus dem Jahr 1882 von Alte Sammlung der Bibliothek der Universität von Sevilla | © CC-by-SA 2.0

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